Ibn Ḥajar al-ʿAsqalānī erwähnt das Manhaj der Muḥaddiṯūn über die Zuschreibung von Überlieferungen

Imām Ibn Ḥajar al-ʿAsqalānī (gest. 852 هـ) erwähnte, dass die Muḥaddithūn ab 200 nach Hijrah daran glaubten, dass wenn sie eine Überlieferung mit Kette zitieren, dass sie nicht an seine Bedeutung per-se gebunden sind oder gar damit übereinstimmen müssen:

وقد عاب عليه إسماعيل بن محمد بن الفضل التيمي جمعه الأحاديث بالإفراد مع ما فيها من النكارة الشديدة والموضوعات وفي بعضها القدح في كثير من القدماء من الصحابة وغيرهم

Ismāʿīl bin Muḥammad bin al-Faḍl at-Taymī tadelte ihn (dafür), dass er die Überlieferungen einzeln sammelte, mit was von massiver Nakāra (Anomalie, ähnlich zu Shadh) und Mawḍūʿāt (Komplett erfunden) in ihnen ist und in einigen von ihnen ist die Schmähung über vielen von den alten, der Ṣaḥāba und anderen.

وهذا أمر لا يختص به الطبراني فلا معنى لأفراده اليوم بل أكثر المحدثين في الإعصار الماضية من سنة مائتين وهلم جرا

Und diese Angelegenheit ist nicht speziell für aṭ-Ṭabarānī, so ist kein Sinn in seiner alleinigen (Erwähnung) heute. Vielmehr die meisten Muḥaddithīn in dem vergangenen Wirbelwind von Jahr 200 (nach Hijrah) und so weiter,

إذا ساقوا الحديث بإسناده اعتقدوا أنهم برؤا من عهدته والله أعلم

wenn sie die Überlieferung mit ihrer Überlieferungskette zitieren, glauben sie, dass sie frei von seiner Verantwortlichkeit sind (dass es sie nicht bindet), und Allāh weiß es am besten

Dieses Verständnis ist entscheidend im Umgang mit den Überlieferungen, die auf Social Media verbreitet werden. Die Mujassima, die sich als Leute der Überlieferung darstellen wollen, verbreiten schwache Überlieferungen aus Büchern, die selbst schwach sind. Aufgrund der Unwissenheit der Leute werden so viele Leute dazu verführt, selbst die absurdesten Dinge über Allāh zu bestätigen. Und ein bekanntes Scheinargument ist, dass sie mit dem Überlieferer die Überlieferungskette versuchen zu authentifizieren.

So versuchen sie selbst, schwache, abgelehnte Überlieferungen den Unwissenden für authentisch erscheinen zu lassen. Ibn Ḥajar al-ʿAsqalānī erwähnte, dass die Gelehrten des Ḥadīth, wenn sie eine Überlieferung mit ihrer Überlieferungskette erwähnten, sich nicht daran gebunden gesehen haben. Sie haben es viel mehr als eine Zuschreibung gesehen; als eine Aussage, wer was angeblich behauptet und wer dies überliefert. Und je nach Fall kann eine Überlieferung mit ihrer Kette erwähnt werden, um die Kette an sich abzusichern.

Das heißt, dass eine Überlieferungskette mit dem Text an sich nur aufgeführt wurde, damit niemand in der Kette Überlieferer später austauschen kann. So findet man selbst Überlieferungen, die der Islāmischen ʿAqīdah an sich widersprechen, aufgeführt von den Gelehrten. Das heißt nicht, dass diese Gelehrten diese Sachen bestätigen, sondern lediglich, dass sie diese Überlieferungen aufgeführt haben.

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