Das Urteil der Ashāʿira
Die Ashāʿira sind Muslime mit Konsens.
Imām Ibn ‘Asākir al-Ashʿarī (gest. 571 هـ) sagte über die Einigkeit zwischen den Ashaʿira und den Ḥanābila:
وتبينوا فضل أَبِي الْحسن واعرفوا إنصافه واسمعوا وَصفه لِأَحْمَد بِالْفَضْلِ واعترافه لِتَعْلَمُوا أَنَّهُمَا كانَا فِي الِاعْتِقَاد متفقين وَفِي أصُول الدّين وَمذهب السّنة غير مفترقين
Erkenne den Vorzug von Abī al-Ḥasan (al-Ashʿarī) und erkenne seine Gerechtigkeit und höre seine Beschreibung von Aḥmad (bin Ḥanbal) mit Vorzug (über Aḥmad) und sein Bekenntnis, damit du weißt, dass sie im Glauben übereinstimmend sind, in den Grundlagen des Dīn (Uṣūl ad-Dīn) und der Lehre der Sunna, sind sie nicht zwei Gabelungen (sondern eins).
وَلم تزل الحنَابلة بِبَغْدَادَ فِي قديم الدَّهْر على ممر الْأَوْقَات تعتضد بالأشعرية على أَصْحَاب الْبدع لأَنهم المتكلمون من أهل الْإِثْبَات
Die Ḥanābila aus Baġdād haben nicht aufgehört, in ehemaliger Zeit, über den Verlauf der Zeiten (seit jeher, schon immer), sie stützen sich auf die Ashʿarīya gegen die Anhänger der Erneuerung, weil die sie die Mutakallimūn von den Leuten der Bestätigung (der Eigenschaften Allāhs) sind.
فَمن تكلم مِنْهُم فِي الرَّد على مُبْتَدع فبلسان الأشعرية يتَكَلَّم وَمن حقق مِنْهُم فِي الْأُصُول فِي مَسْأَلَة فَمنهمْ يتَعَلَّم
So wer von ihnen in der Widerlegung gegen Erneuerer spricht, so spricht er mit der Sprache der Ashʿarīya. Und wer von ihnen in den Grundlagen bezüglich einer Angelegenheit nachforscht, so lernt er von ihnen (den Ashaʿira).



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) sagte über die Zustimmung der Ḥanābila zu der Aussage von Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī und ihr nicht vorhandener Takfīr auf ihn zur Zeit von Ibn Taymīyya:
وَلَمَّا رَأَى الْحَنْبَلِيَّةُ كَلَامَ أَبِي الْحَسَنِ الْأَشْعَرِيِّ قَالُوا:
Als die Ḥanābila die Worte von (Imām) Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī sahen, sagten sie:
هَذَا خَيْرٌ مِنْ كَلَامِ الشَّيْخِ الْمُوَفَّقِ
„Dies ist besser, als die Worte von Shaykh al-Muwaffaq (Ibn Qudāma al-Ḥanbalī)“
وَزَالَ مَا كَانَ فِي الْقُلُوبِ مِنْ الْأَضْغَانِ وَصَارَ الْفُقَهَاءُ مِنْ الشَّافِعِيَّةِ وَغَيْرِهِمْ:
Und es verschwand was in den Herzen von dem Groll war und die Rechtsgelehrten von den Shāfiʿiyya und wer außer ihnen ist (kamen zu einer Aussage), sie sagten:
يَقُولُونَ الْحَمْدُ لِلَّهِ عَلَى اتِّفَاقِ كَلِمَةِ الْمُسْلِمِينَ
„Alḥamdulillāh, über das übereinstimmende Wort der Muslime“
Der Kontext dieser Aussage ist, dass Ibn Makhlūf ein Urteil über Ibn Taymīyya als Richter getroffen hat, obwohl er, so Ibn Taymīyya, gleichzeitig der Kläger war. Und über diese Angelegenheit wird diese Aussage überliefert. Das zeigt, dass die Ḥanābila in der Zeit von Ibn Taymīyya nicht den Takfīr auf die Asha’ira gemacht haben.



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) bezeichnete die Ashaʿira als Muslime, erwähnte, dass die Ḥanābila Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī lobten und von ihm beeindruckt waren, dass die Ashaʿira und Ḥanābila lange übereinstimmten und dass er nie in Uṣūl ad-Dīn für die Ḥanābila Partei ergriffen hat:
وَكَمَا أَنَّ فِي أَصْحَابِ أَحْمَدَ مَنْ يُبْغِضُ ابْنَ عَقِيلٍ وَيَذُمُّهُ: فَاَلَّذِينَ يَذُمُّونَ الْأَشْعَرِيَّ لَيْسُوا مُخْتَصِّينَ بِأَصْحَابِ أَحْمَدَ بَلْ فِي جَمْعِ الطَّوَائِفِ مَنْ هُوَ كَذَلِكَ. وَلَمَّا أَظْهَرْت كَلَامَ الْأَشْعَرِيِّ – وَرَآهُ الْحَنْبَلِيَّةُ قَالُوا: هَذَا خَيْرٌ مِنْ كَلَامِ الشَّيْخِ الْمُوَفَّقِ
Wie es auch von den Gefährten von (Imām) Aḥmad (jene) gab, die Ibn ʿAqīl hassten und ihn tadelten, so sind diejenigen, die (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī tadelten, nicht spezifisch (nur) die Gefährten von (Imām) Aḥmad, vielmehr in der Sammlung der Sekten (bei allen) gibt es solche. Und als ich die Worte von (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī zeigte und die Ḥanbalīya es sahen, sagten sie: „Dies ist besser, als die Worte von Shaykh al-Muwaffaq (Ibn Qudāma al-Ḥanbalī)“
وَفَرِحَ الْمُسْلِمُونَ بِاتِّفَاقِ الْكَلِمَةِ. وَأَظْهَرْت مَا ذَكَرَهُ ابْنُ عَسَاكِرَ فِي مَنَاقِبِهِ أَنَّهُ لَمْ تَزَلْ الْحَنَابِلَةُ وَالْأَشَاعِرَةُ مُتَّفِقِينَ إلَى زَمَنِ القشيري فَإِنَّهُ لَمَّا جَرَتْ تِلْكَ الْفِتْنَةُ بِبَغْدَادَ تَفَرَّقَتْ الْكَلِمَةُ وَمَعْلُومٌ أَنَّ فِي جَمِيعِ الطَّوَائِفِ مَنْ هُوَ زَائِغٌ وَمُسْتَقِيمٌ.
Und die Muslime freuten sich über die Übereinstimmung der Aussage. Und ich zeigte, was Ibn ‘Asākir (al-Ashʿarī) erwähnte in seinem Manāqib, dass die Ḥanābila und Ashaʿira nicht aufhörten, übereinzustimmen bis zur Zeit von al-Qushayrī. So als diese Fitna sich ereignete in Baghdād, trennte sich die Aussage und es ist bekannt, dass in allen Gruppierungen solche sind, die Abweichen und solche, die Gerade sind.
مَعَ أَنِّي فِي عُمْرِي إلَى سَاعَتِي هَذِهِ لَمْ أَدْعُ أَحَدًا قَطُّ فِي أُصُولِ الدِّينِ إلَى مَذْهَبٍ حَنْبَلِيٍّ وَغَيْرِ حَنْبَلِيٍّ، وَلَا انْتَصَرْت لِذَلِكَ، وَلَا أَذْكُرُهُ فِي كَلَامِي، وَلَا أَذْكُرُ إلَّا مَا اتَّفَقَ عَلَيْهِ سَلَفُ الْأُمَّةِ وَأَئِمَّتُهَا
Nebst ich in meinem (ganzen) Leben bis jetzt, nicht einmal aufgerufen habe in Uṣūl ad-Dīn zum Ḥanbalī-Madhab und (auch nicht dem) nicht Ḥanbalī, und ich habe für jenes nicht Partei ergriffen, und ich habe (jenes) nicht in meinen Worten erwähnt und ich erwähne nichts, außer worüber sich die Salaf der Umma und ihre Aʾimma geeinigt haben.



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) lobte Ashaʿira, wie Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī, al-Qādī Abū Bakr al-Bāqillānī al-Ashʿarī, Abū al-Maʿālī al-Juwaynī al-Ashʿarī, Abū Ḥāmid al-Ghazālī al-Ashʿarī, Abū al-Walīd al-Bājī al-Ashʿarī, al-Qādī Abū Bakr bin al-ʿArabī al-Ashʿarī und Niẓām al-Mulk al-Ashʿarī für ihre Verteidigung und Übereinstimmung mit der Sunna:
وَلِهَذَا قَالَ أَبُو الْقَاسِمِ بْنُ عَسَاكِرَ فِي مَنَاقِبِهِ: „مَا زَالَتْ الْحَنَابِلَةُ وَالْأَشَاعِرَةُ فِي قَدِيمِ الدَّهْرِ مُتَّفِقِينَ غَيْرَ مُفْتَرِقِينَ حَتَّى حَدَثَتْ فِتْنَةُ „ابْنِ القشيري“ ثُمَ بَعْدَ حُدُوثِ الْفِتْنَةِ وَقَبْلَهَا لَا تَجِدُ مَنْ يَمْدَحُ الْأَشْعَرِيَّ بِمِدْحَةِ؛ إلَّا إذَا وَافَقَ السُّنَّةَ وَالْحَدِيثَ وَلَا يَذُمُّهُ مَنْ يَذُمُّهُ إلَّا بِمُخَالَفَةِ السُّنَّةِ وَالْحَدِيثِ.
Deswegen sagte Abū al-Qāsim Ibn ʿAsākir (al-Ashʿarī) in seinem Manāqib: „Die Ḥanābila und Ashaʿira haben nicht aufgehört in alten Zeiten übereinzustimmen, nicht getrennt (zu sein), bis die Fitna von Ibn al-Qushayrī geschah. Danach, nach dem Auftreten der Fitna und vor ihr, wird man nicht (jemanden) finden, der (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī lobt, außer, er übereinstimmt mit der Sunna und dem Ḥadīth. Und niemand tadelt ihn (al-Ashʿarī), außer durch Zuwiderhandlung der Sunna und des Ḥadīth (also wer der Sunna widerspricht).“
وَهَذَا إجْمَاعٌ مِنْ جَمِيعِ هَذِهِ الطَّوَائِفِ عَلَى تَعْظِيمِ السُّنَّةِ وَالْحَدِيثِ وَاتِّفَاقِ شَهَادَاتِهِمْ عَلَى أَنَّ الْحَقَّ فِي ذَلِكَ. وَلِهَذَا تَجِدُ أَعْظَمَهُمْ مُوَافَقَةً لِأَئِمَّةِ السُّنَّةِ وَالْحَدِيثِ أَعْظَمَ عِنْدَ جَمِيعِهِمْ مِمَّنْ هُوَ دُونَهُ.
Dies ist Konsens (ijmāʿ) von allen dieser Gruppen über die Ehrung der Sunna und des Ḥadīth. Und die Übereinstimmung ihrer Bekenntnisse darüber, dass die Wahrheit in jenem ist. Deshalb findest du (dass) ihre Größten in Übereinstimmung mit den Imamen der Sunna und dem Ḥadīth bei allen von ihnen größer (angesehen) ist, als wer unter ihm ist (im Rang).
فَالْأَشْعَرِيُّ نَفْسُهُ لَمَّا كَانَ أَقْرَبَ إلَى قَوْلِ الْإِمَامِ أَحْمَد وَمَنْ قَبْلَهُ مِنْ أَئِمَّةِ السُّنَّةِ كَانَ عِنْدَهُمْ أَعْظَمَ مِنْ أَتْبَاعِهِ وَالْقَاضِي “ أَبُو بَكْرٍ بْنُ الْبَاقِلَانِي “ لَمَّا كَانَ أَقْرَبَهُمْ إلَى ذَلِكَ كَانَ أَعْظَمَ عِنْدَهُمْ مِنْ غَيْرِهِ.
(Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī selbst, da er näher zu der Aussage von Imām Aḥmad, und wer vor ihm (Imām Aḥmad) von den Aʾimma der Sunna war, war, war er bei ihnen (den Ashaʿira) größer als seine Anhänger. Und al-Qādī Abū Bakr al-Bāqillānī (al-Ashʿarī), da er der nächstliegende zu jenem war, war er größer bei ihnen als andere.
وَأَمَّا مِثْلُ الْأُسْتَاذِ أَبِي الْمَعَالِي؛ وَأَبِي حَامِدٍ؛ وَنَحْوِهِمَا مِمَّنْ خَالَفُوا أُصُولَهُ فِي مَوَاضِعَ فَلَا تَجِدُهُمْ يُعَظَّمُونَ إلَّا بِمَا وَافَقُوا فِيهِ السُّنَّةَ وَالْحَدِيثَ
Was den Lehrer (Ustād) Abū al-Maʿālī (al-Juwaynī al-Ashʿarī) und Abī Ḥāmid (al-Ghazālī al-Ashʿarī) und dergleichen anbelangt, von wer von seinem (al-Ashʿarī) Usūl abweicht in (einigen) Punkten, so findest du sie (die Ashaʿira) sie (die Gelehrten nach al-Ashʿarī) nicht ehren, außer womit sie mit der Sunna und dem Ḥadīth übereinstimmen.
وَأَكْثَرُ ذَلِكَ تَقَلَّدُوهُ مِنْ مَذْهَبِ الشَّافِعِيِّ فِي الْفِقْهِ الْمُوَافِقِ لِلسُّنَّةِ وَالْحَدِيثِ وَمِمَّا ذَكَرُوهُ فِي الْأُصُولِ مِمَّا يُوَافِقُ السُّنَّةَ وَالْحَدِيثَ وَمَا رَدُّوهُ مِمَّا يُخَالِفُ السُّنَّةَ وَالْحَدِيثَ. وَبِهَذَا الْقَدْرِ يَنْتَحِلُونَ السُّنَّةَ وَيَنْحَلُونَهَا وَإِلَّا لَمْ يَصِحَّ ذَلِكَ.
Und das meiste von jenem (was) sie übernahmen ist von der Rechtsschule der Shāfiʿiyya im Fiqh, die Übereinstimmt mit der Sunna und dem Ḥadīth, und wovon sie erwähnten im Usūl, was mit der Übereinstimmung der Sunna und dem Ḥadīth ist. Und was sie (die Ashaʿira) ablehnten, war, was im Widerspruch (zu) der Sunna und dem Ḥadīth ist. Und mit diesem Maß schrieben sie die Sunna zu und sie nahmen es an, und andernfalls ist jenes nicht gültig.
وَكَانَتْ الرَّافِضَةُ وَالْقَرَامِطَةُ ء عُلَمَاؤُهَا وَأُمَرَاؤُهَا ء قَدْ اسْتَظْهَرَتْ فِي أَوَائِلِ الدَّوْلَةِ السَّلْجُوقِيَّةِ حَتَّى غَلَبَتْ عَلَى الشَّامِ وَالْعِرَاقِ وَأَخْرَجَتْ الْخَلِيفَةَ الْقَائِمَ بِبَغْدَادَ إلَى تكريت وَحَبَسُوهُ بِهَا فِي فِتْنَةِ البساسيري الْمَشْهُورَةِ
Die Rāfiḍa und Qarāmiṭen, ihre Gelehrten und Befehlshaber, waren prominent in der Anfangszeit des Staates der Seldschuken. Bis sie Shām und ʿIrāq eroberten und sie haben den Kalifen in Baghdād al-Qāʾim herausgebracht nach Tikrīt und sie haben ihn eingesperrt während der bekannten Fitna von Basāsīrī.
فَجَاءَتْ بَعْدَ ذَلِكَ السَّلْجُوقِيَّةُ حَتَّى هَزَمُوهُمْ وَفَتَحُوا الشَّامَ وَالْعِرَاقَ وَقَهَرُوهُمْ بِخُرَاسَانَ وَحَجَرُوهُمْ بِمِصْرِ. وَكَانَ فِي وَقْتِهِمْ مِنْ الْوُزَرَاءِ مِثْلُ: „نَظَّامِ الْمَلِكِ“ وَمِنْ الْعُلَمَاءِ مِثْلُ: „أَبِي الْمَعَالِي الجُوَيْنِي“
So kamen nach jenem die Seldschuken, sodass sie sie besiegten und sie eroberten Shām und ʿIrāq. Sie bezwangen sie in Khorāsān und verwehrten ihnen Ägypten. In ihrer Zeit gab es (solche) Minister, wie Niẓām al-Mulk (al-Ashʿarī) und von den Gelehrten, wie Abū al-Maʿālī al-Juwaynī (al-Ashʿarī).
فَصَارُوا بِمَا يُقِيمُونَهُ مِنْ السُّنَّةِ وَيَرُدُّونَهُ مِنْ بِدْعَةِ هَؤُلَاءِ وَنَحْوِهِمْ لَهُمْ مِنْ الْمَكَانَةِ عِنْدَ الْأُمَّةِ بِحَسَبِ ذَلِكَ. وَكَذَلِكَ الْمُتَأَخِّرُونَ مِنْ أَصْحَابِ مَالِكٍ الَّذِينَ وَافَقُوهُ: “ كَأَبِي الْوَلِيدِ الباجي “ وَالْقَاضِي “ أَبِي بَكْرِ بْنِ الْعَرَبِيِّ “ وَنَحْوِهِمَا لَا يُعَظَّمُونَ إلَّا بِمُوَافَقَةِ السُّنَّةِ وَالْحَدِيثِ
So wurde ihnen, wegen was sie errichteten von der Sunna und (wegen was) sie widerlegten von der Erneuerung dieser und dergleichen, entsprechend die (hohe) Stellung bei der Umma zuteil. Und ebenso die Späteren von den Gefährten (Imām) Māliks, diejenigen, die mit ihm übereinstimmten, wie Abī al-Walīd al-Bājī (al-Ashʿarī) und al-Qādī Abū Bakr ibn al-ʿArabī (al-Ashʿarī) und dergleichen. Sie werden nicht geehrt, außer mit Übereinstimmung (mit) der Sunna und des Ḥadīth.



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) lobte Sayf as-Sunnah Imām al-Bāqillānī al-Ashʿarī (gest. 403 هـ) und zitierte ihn bezüglich Yad und Wajh:
وَقَالَ الْقَاضِي أَبُو بَكْرٍ مُحَمَّدُ بْنُ الطَّيِّبِ الْبَاقِلَانِي الْمُتَكَلِّمُ ء وَهُوَ أَفْضَلُ الْمُتَكَلِّمِينَ الْمُنْتَسِبِينَ إلَى الْأَشْعَرِيِّ؛ لَيْسَ فِيهِمْ مِثْلُهُ لَا قَبْلَهُ وَلَا بَعْدَهُ قَالَ فِي كِتَابِ الْإِبَانَةِ
Qāḍī Abū Bakr Muḥammad bin aṭ-Ṭayyib al-Bāqillānī, der Mutakallim, und er ist der Vorzüglichste zu (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī angehörende Mutakallim, es gibt bei ihnen nichts Gleiches zu ihm, nicht vor ihm und nicht nach ihm, sagte im Buch Al-Ibānā (…)“



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) bezeichnete die Ashaʿira als Muslime und sagte, dass Imām Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī ein mit Imām Aḥmad verbundener Mutakallim war:
وَالنَّاسُ يَعْلَمُونَ أَنَّهُ كَانَ بَيْنَ الْحَنْبَلِيَّةِ وَالْأَشْعَرِيَّةِ وَحْشَةٌ وَمُنَافَرَةٌ. وَأَنَا كُنْت مِنْ أَعْظَمِ النَّاسِ تَأْلِيفًا لِقُلُوبِ الْمُسْلِمِينَ وَطَلَبًا لِاتِّفَاقِ كَلِمَتِهِمْ وَاتِّبَاعًا لِمَا أُمِرْنَا بِهِ مِنْ الِاعْتِصَامِ بِحَبْلِ اللَّهِ
Die Menschen wissen, dass zwischen den Ḥanbalīya und Ashʿarīya Befremdung und Trennung war. Und ich war von den größten der Menschen in der Vereinigung für die Herzen der Muslime, auf der Suche nach Einigung ihrer Äußerungen und der Befolgung von dem, was uns befohlen wurde von dem Festhalten am Seil Allāhs.
وَأَزَلْت عَامَّةَ مَا كَانَ فِي النُّفُوسِ مِنْ الْوَحْشَةِ وَبَيَّنْت لَهُمْ أَنَّ الْأَشْعَرِيَّ كَانَ مِنْ أَجَلِّ الْمُتَكَلِّمِينَ الْمُنْتَسِبِينَ إلَى الْإِمَامِ أَحْمَدَ رَحِمَهُ اللَّهُ وَنَحْوِهِ الْمُنْتَصِرِينَ لِطَرِيقِهِ كَمَا يَذْكُرُ الْأَشْعَرِيُّ ذَلِكَ فِي كُتُبِهِ
Ich habe eine große Menge, von dem, was in den Seelen war, von der Befremdung beseitigt. Und ich habe ihnen erklärt, dass (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī von den größten, mit Imām Aḥmad und seinesgleichen, möge Allāh mit ihm barmherzig sein, verbundenen Mutakallimīn war, die Siegreichen für seinen Weg. Wie (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī in seinen Büchern erwähnt




Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) lobte Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī und die Ashaʿira für ihre Nähe zu Imām Aḥmad in den Ṣifāt und er bevorzugt sie über Ibn Ḥazm:
لَكِنَّ الْأَشْعَرِيَّ وَنَحْوَهُ أَعْظَمُ مُوَافَقَةً لِلْإِمَامِ أَحْمَد بْنِ حَنْبَلٍ وَمَنْ قَبْلَهُ مِنْ الْأَئِمَّةِ فِي الْقُرْآنِ وَالصِّفَاتِ
Jedoch war (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī und dergleichen (die Ashaʿira) in größerer Übereinstimmung zu Imām Aḥmad bin Ḥanbal und wer von ihm von den Aʾimma war in (der Angelegenheit) des Qurʾān und den Eigenschaften (Allāhs)


Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) sagte, dass Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī die Eigenschaften Allāhs bestätigte und dass er nicht wie die Jahmiyyah ist, sondern dass er sie widerlegte:
وَأَمَّا قَوْلُ الْقَائِلِ: مَنْ قَالَ إنَّ مَذْهَبَ جَهْمِ بْنِ صَفْوَانَ هُوَ مَذْهَبُ الْأَشْعَرِيِّ أَوْ قَرِيبٌ أَوْ سَوَاءٌ مَعَهُ فَهُوَ جَاهِلٌ بِمَذْهَبِ الْفَرِيقَيْنِ
Was die Aussage desjenigen betrifft, der sagt: “Wer sagt: Die Lehre von Jahm bin Ṣafwān ist die Lehre von (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī oder ihr nahe oder kommt ihr gleich, so ist er ein Unwissender über die Lehre der beiden Gruppen (…)“
فَيُقَالُ: لَا رَيْبَ أَنَّ قَوْلَ ابْنِ كُلَّابٍ وَالْأَشْعَرِيِّ وَنَحْوِهِمَا مِنْ الْمُثْبِتَةِ لِلصِّفَاتِ لَيْسَ هُوَ قَوْلَ الْجَهْمِيَّة بَلْ وَلَا الْمُعْتَزِلَةِ بَلْ هَؤُلَاءِ لَهُمْ مُصَنَّفَاتٌ فِي الرَّدِّ عَلَى الْجَهْمِيَّة وَالْمُعْتَزِلَةِ
So wird gesagt: Zweifellos ist die Aussage von Ibn Kullāb und (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī und seinesgleichen von der Bestätigung der Eigenschaften (Allāhs), (und) nicht die Aussage der Jahmiyyah und nicht die der Muʿtazila. Vielmehr haben sie Werke über die Widerlegung der Jahmiyyah und der Muʿtazila


Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) sagte, dass die Ashaʿira und Ḥanābila stets in Übereinkunft waren und zitiert darüber die Gelehrten der Ashaʿira:
وَلِهَذَا كَانَ الشَّيْخُ أَبُو إسْحَاقَ يَقُولُ: „إنَّمَا نَفَقَتْ الْأَشْعَرِيَّةُ عِنْدَ النَّاسِ بِانْتِسَابِهِمْ إلَى الْحَنَابِلَةِ“
Deswegen pflegte Sheikh Abū Isḥāq (ash-Shīrāzī al-Ashʿarī) zu sagen: „Wahrlich, die Ashʿarīya fanden bei den Menschen Anklang wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Ḥanābila“
وَهَذَا ظَاهِرٌ عَلَيْهِ وَعَلَى أَئِمَّةِ أَصْحَابِهِ فِي كُتُبِهِمْ وَمُصَنَّفَاتِهِمْ قَبْلَ وُقُوعِ الْفِتْنَةِ القشيرية بِبَغْدَادَ
Und dies ist offensichtlich für ihn (Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī) und die Aʾimma von seinen Gefährten in ihren Büchern und Werken vor dem Eintreten der Fitna der Qushayrīya in Baghdād
وَلِهَذَا قَالَ أَبُو الْقَاسِمِ بْنُ عَسَاكِرَ فِي مَنَاقِبِهِ: “ مَا زَالَتْ الْحَنَابِلَةُ وَالْأَشَاعِرَةُ فِي قَدِيمِ الدَّهْرِ مُتَّفِقِينَ غَيْرَ مُفْتَرِقِينَ حَتَّى حَدَثَتْ فِتْنَةُ ابْنِ القشيري
und deswegen sagte Abū al-Qāsim Ibn ʿAsākir (al-Ashʿarī) in seinem Manāqib: „Die Ḥanābila und Ashaʿira haben nicht aufgehört in alten Zeiten übereinzustimmen, nicht getrennt (zu sein), bis die Fitna von Ibn al-Qushayrī geschah“


Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) sagte, dass die Ashʿarīyya und Ṣūfīs mit Übereinkunft der Muslime (Konsens) keine Kuffār sind:
ولو كفر هؤلاء لزم تكفير كثير من الشافعية، والمالكية، والحنفية، والحنبلية، والأشعرية، وأهل الحديث، والتفسير، والصوفية: الذين ليسوا كفارا باتفاق المسلمين؛
Wenn diese Kuffār wären, würde dies den Takfīr auf viele von den Shāfiʿiyya, Mālikiyya, Ḥanafiyya, Ḥanbaliyya, Ashʿarīyya, die Leute des Ḥadīth und Tafsīr und die Ṣūfīs bedingen, diejenigen, die mit der Übereinkunft der Muslime (Konsens) keine Kuffār sind.



Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) unterschied zwischen Jahm bin Ṣafwān und Imām Abū al-Ḥasan al-Ashʿarī (gest. 324 هـ) im Glauben, im Gegensatz zu den Übertreibern der Mujassima:
وَجَهْمٌ لَا يُثْبِتُ شَيْئًا مِنْ الصِّفَاتِ؛ لَا الْإِرَادَةَ وَلَا غَيْرَهَا، فَإِذَا قَالَ إنَّ اللَّهَ يُحِبُّ الطَّاعَاتِ وَيُبْغِضُ الْمَعَاصِيَ؛ فَمَعْنَاهُ الثَّوَابُ وَالْعِقَابُ؛ وَالْأَشْعَرِيُّ يُثْبِتُ الصِّفَاتِ كَالْإِرَادَةِ
Jahm (bin Ṣafwān) bestätigt nichts von den Eigenschaften (Allāhs), weder die Irāda (Wille), noch außer diese. So wenn er sagt, dass Allāh Gehorsamkeiten liebt und die Ungehorsamkeiten hasst, so ist seine Bedeutung (gemäß ihm) die Belohnung und die Bestrafung (und er leugnet die Eigenschaft an sich). Und (Abū al-Ḥasan) al-Ashʿarī bestätigt die Eigenschaften (Allāhs), wie die Irāda (Wille)


Ibn Taymīyya (gest. 728 هـ) sagte über die Verfluchung der Ashāʿira:
وَكَذَلِكَ رَأَيْت فِي فَتَاوَى الْفَقِيهِ أَبِي مُحَمَّدٍ فَتْوَى طَوِيلَةً فِيهَا أَشْيَاءُ حَسَنَةٌ قَدْ سُئِلَ بِهَا عَنْ مَسَائِلَ مُتَعَدِّدَةٍ قَالَ فِيهَا
Und ebenso sah ich eine lange Fatwā in den Fatāwā vom Rechtsgelehrten Abū Muḥammad (Izz bin ʿAbd al-Salām al-Ashʿarī) in der es gute Dinge gibt, er wurde darin nach zahlreichen Angelgenheiten gefragt. Er sagt darin:
(Ibn Taymīyya zitierte nun die Aussagen, die er gut fand)
وَأَمَّا لَعْنُ الْعُلَمَاءِ لِأَئِمَّةِ الْأَشْعَرِيَّةِ فَمَنْ لَعَنَهُمْ عُزِّرَ. وَعَادَتْ اللَّعْنَةُ عَلَيْهِ
„Und was die Verfluchung der Gelehrten der Ashāʿira betrifft, so wer sie verflucht, wird zurechtgewiesen (das meint die Ta’zir-Strafe) und der Fluch ist auf ihn zurückgefallen.
فَمَنْ لَعَنَ مَنْ لَيْسَ أَهْلًا لِلَّعْنَةِ وَقَعَتْ اللَّعْنَةُ عَلَيْهِ. وَالْعُلَمَاءُ أَنْصَارُ فُرُوعِ الدِّينِ وَالْأَشْعَرِيَّةُ أَنْصَارُ أُصُولِ الدِّينِ
Wer jemanden verflucht, der den Fluch nicht verdient, so fiel der Fluch auf ihn. Die Gelehrten sind die Helfer der Zweige des Dīn und die Asha’ira sind die Helfer des Usul ad-Dīn“

