Grundwissen über den Islām in der heutigen Zeit

Die Welt und die Menschen verändern sich stetig. Durch kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen werden Begriffe anders verstanden, neue Begriffe und Ideen geprägt und der Zeitgeist der Menschheit wandelt sich. Auch das Verständnis der Menschen über den Islam wandelt und verändert sich abhängig von Zeit und Ort.

Da die meisten Menschen, eingeschlossen die Menschen die sich dem Islām zuschreiben, ihr Wissen über den Islām nicht auf den islāmischen Textquellen, sondern auf dem gesellschaftlichen Zeitgeist aufbauen, kommt es im Verständnis der Menschen zu schwerwiegenden Abweichungen von dem Verständnis, was ursprünglich im Islām vorherrschend war.

Da bereits vielen grundsätzlich bewusst ist, dass die Menschen dazu neigen vom ursprünglichen Verständnis abzuweichen, gibt es die Bestrebung stets sich mit dem Propheten (صلى الله عليه و سلم) und dem Verständnis der Rechtgeleiteten unter den ersten drei Generationen, den Salaf, zu vergleichen und dem guten Vorbild zu folgen. Denn auch wenn sich die materiellen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse inzwischen drastisch verändert haben, so ist die zugrundeliegende menschliche Natur immer noch unverändert und entsprechend ist das Verfolgen und Befolgen der Regeln und Normen des Islāms für den Muslim nicht nur absolut bindend, sondern auch rational nachvollziehbar.

Das Ziel dieses Beitrags ist es mit dem traditionellen und ursprünglichen Verständnis des Islāms auf die heutige Zeit zu blicken und die Punkte, die sich im Verständnis der Menschen heutzutage von basagten korrekten Verständnis unterscheiden, explizit aufzugreifen und zu nennen. Es wird kurz erklärt, was man als Muslim für eine Haltung und was für ein Verständnis man haben muss und warum.

Als Muslim muss man wissen, dass Allāhs Rechte und Attribute nur Ihm alleine gebühren und zustehen. Ebenso, dass man Ihm dient und sich Ihm unterwirft. Wer eines der Rechte oder Attribute, die nur Allāh zustehen, für sich selbst beansprucht oder es auch nur für möglich hält, dass es auch jemand anderen zustehen könnte, ist kein Muslim, sondern ein Kāfir (Nichtmuslim).

Wer Allāh und Seinen Urteilen widerspricht, egal in welchem Aspekt, ist kein Muslim, da er sich nicht den Urteilen Allāhs unterworfen hat und diese, durch sein Widersprechen, nicht akzeptiert hat. Egal, ob er dies mit dem Herzen, mit der Zunge oder mit seinen Taten tut.

Der Islām umfasst jeden Lebensbereich, auch Politik und öffentliche Angelegenheiten. Wenn also ein Politiker oder Herrscher sich nicht an die Urteile des Islāms gebunden fühlt, oder Allāh und den Urteilen des Islāms, nur in einem einzigen Aspekt widerspricht, sei es durch seine Aussagen oder indem er etwas festlegt, was dem Urteil Allāhs widerspricht, so ist diese Person zweifelsfrei ein Kāfir, egal, aus welcher Absicht sie dies getan hat.

Wer Kufr unterstützt, ist ein Kāfir. Wer also besagten Politikern oder Herrschern zu ihrem Unglauben verhilft, beispielsweise indem er diese demokratisch in ihr Amt wählt, der ist ebenfalls ein Kāfir. Auch wenn die Person dies aus einer angeblich „guten Absicht“ tut oder unwissend über das schwerwiegende Urteil ihrer Tat ist, entbindet das die Person nicht von der Verantwortung über die Tat und die Schlussfolgerung, dass sie selbst Kāfir durch die Tat ist.

Man muss bezeugen, dass der klare Kāfir ein Kāfir ist. Wer das nicht tut, der hat nicht bestätigt was Allāh herabgesandt hat und hat der Person ein anderes Urteil gegeben als was Allāh der Person gegeben hat und hat somit Allāhs Urteil widersprochen. Das ist, wie bereits erwähnt, Kufr und die Person ist somit selbst ein Kāfir.

Die Unwissenheit ist in Tauhīd-Angelegenheiten, also den Angelegenheiten die man braucht, um Muslim zu sein, keine Entschuldigung. Wer also in der ersten Kategorie des Wissens, die sich um den Tauhīd dreht, aufgrund von Unwissenheit eine falsche Überzeugung in sich trägt, eine falsche Aussage tätigt oder eine entsprechende Tat tut, ist niemals durch seine Unwissenheit entschuldigt und ist ein Kāfir.

Denn um überhaupt erstmal in den Islām hereinzukommen ist es notwendig das Wissen über den Tauhīd zu erwerben. Wer dies nicht getan hat und den Tauhīd, also das Grundfundament des Islāms, nie verstanden hat, war nie Muslim. Unabhängig davon, ob er sich als solches bezeichnet oder angesehen hat. Der Islām hat Bedingungen, darunter das Wissen über den Tauhīd. Wer diese Bedingungen nicht einhält, ist kein Muslim. Egal, ob er viele Gebete verrichtet, den Qurʾān auswendig kann oder in den Fiqh-Angelegenheiten keine Fehler oder Sünden macht.

Jeder Mensch wurde auf der natürlichen Grundveranlagung (Fiṭrah) erschaffen, wodurch es jedem Menschen möglich ist, den Tauhīd zu begreifen und sich darüber Wissen anzueignen. Wer dies nicht tut, also unwissend ist in den Angelegenheiten des Tauhīds, ist entsprechend nicht entschuldigt, denn er hätte sich darüber Wissen aneignen können. Zudem ist der Islam etwas, was man sich erwerben muss und nicht etwas, was man durch seine Unwissenheit „ausversehen“ erwirbt.

Wir wissen bereits, dass jeder, der einen klaren Kāfir nicht als Kāfir ansieht, selbst ein Kāfir ist. Und dies trifft natürlich auf den Kāfir zu, der aufgrund seiner Unwissenheit ein Kāfir ist. Bei der Aussage „den klaren Kāfir als Kāfir erklären“ geht es darum, ob im Islām klar ist, dass diese Person ein Kāfir ist. Wenn es im Islām klar festgelegt ist, dass jemand Kāfir ist, dann trifft diese Regel zu, auch wenn es für die Menschen nicht klar erscheint aufgrund der Irrleitung, die sie verinnerlicht haben.

Wenn also jemand oben beschriebenen Politiker oder Herrscher, der Allāhs Urteile nicht umsetzt, sondern eigene Urteile gesetzliche darüber stellt, beispielsweise demokratisch wählt, so ist diese Person im Islām zweifelsfrei ein Kāfir, auch wenn diese Person eine angeblich „gute Absicht“ gehabt habe. Auch, wenn diese Person sich nicht bewusst darüber war, dass ihre Tat Kufr ist. Wer also diesen Wähler nicht als Kāfir ansieht, sei es durch Sturheit oder weil die Person meint, die Person wäre durch Unwissenheit in der Wahl entschuldigt, so ist der Entschuldiger dieser Person ebenfalls ein Kāfir.

Denn die Person hat jemanden, der ein offenkundiger Kāfir nach dem Islām ist, als Muslim angesehen. Und somit hat diese Person den Bedingungen, die von Allāh festgelegt wurden, um Muslim zu sein, widersprochen und diese abgelehnt. Auch wenn die Person widerspricht und behauptet, sie habe dem nicht widersprochen, so hat sie bereits mit ihrer vorherigen Tat und Meinung dem widersprochen.

Man muss ein richtiges Verständnis von Allāh haben und man darf nicht in Bezug auf Allah Dinge bestätigen, die Allāhs Hoheit und Majestät widersprechen. Wer also Allāh mit Dingen beschreibt oder Dinge für Ihn für möglich hält, die dem islāmischen Verständnis von Allāh widersprechen, ist kein Muslim und er betet in Wahrheit nicht Allāh an, sondern das, was er sich in seinem Kopf fälschlicherweise vorstellt.

Dazu gehört, dass man Allāh nicht mit den Eigenschaften der Geschöpfe beschreibt. Wie, dass man weiß, dass Allāh keinen Ort, Zeit oder Richtung braucht, um zu existieren. Und dass für Allāh keine Bewegung, Beschaffen, Form, Masse oder Körper zu bestätigen ist. Also, dass man beispielsweise auch nicht Allah aufteilt in angebliche einzelne Teile, wie eine angebliche Hand, Bein, usw., denn das ist Verkörperlichung. Wer Allāh mit solchen Eigenschaften beschreibt, hat nicht Allāh beschrieben und er hat nicht den Islām verinnerlicht.

Man muss wissen, dass Muḥammad (صلى الله عليه و سلم), der letzte Prophet und Gesandte Allāhs ist, in der Reihenfolge der Gesandten. Die Gesetzgebung, die er (صلى الله عليه و سلم) brachte, ist die einzig aktuelle, bindende und verpflichtend für alle Menschen. Wie in den Aḥādīth des Propheten (صلى الله عليه و سلم) berichtet wurde gibt es Lügner und Täuscher, die behaupten, sie wären angeblich weitere Gesandten oder Lügner, welche behaupten, sie wären Jesus, während sie weder seinen Namen tragen, noch einen Beweis dafür haben und während sie den oben beschriebenen Grundprinzipien des Tauhīd fundamental widersprechen. Diese sind, selbstverständlich, weder Propheten noch Muslime.

Man muss bezeugen, dass die Engel existieren. Man muss bezeugen, dass Allāh vor dem letzten Propheten (صلى الله عليه و سلم) bereits andere Propheten zu den Menschen sandte, wie Jesus, Dāwūd, Mūsā, Ibrāhīm und weitere (عليهم السلام). Die Offenbarungen, die zu den vorherigen Propheten kamen, bezeugen wir in ihrer unverfälschten Form, die heute allerdings nicht mehr vorhanden ist. Wir bezeugen, dass die Offenbarung, die damals zu den Propheten kam, natürlich wahr ist, was heute allerdings davon vorhanden ist, so leugnen wir das, was dieser Offenbarung widerspricht, wir bestätigen das, was diese Offenbarung bestätigt und wir schweigen über den Rest.

Man bestätigt, dass nach dem Tod die Strafe und Belohnung im Grab wahr ist. Und man bestätigt, dass man nach der Strafe oder Belohnung im Grab auferweckt wird und dass der Tag der Aufstehung und Abrechnung wahr ist. Man bestätigt, dass jedes Unrecht vergolten wird und dass man Rechenschaft ablegen muss. Man bestätigt, dass die Waage der Gerechtigkeit wahr ist, mit der die Taten gewogen werden am Tag der Abrechnung. Man bestätigt, dass das ewige Höllenfeuer und das ewige Paradies wahr sind. Und man bestätigt, dass nur ein Kāfir auf ewig im Höllenfeuer landet und dass nur ein Muslim im Paradies ist. Man bestätigt, dass die sündigen Muslime, die Allāh aus Seiner Gerechtigkeit im Höllenfeuer für eine Zeit bestraft, letztendlich aus dem Höllenfeuer ins Paradies kommen werden und dass letztendlich das Höllenfeuer mit jedem Kāfir gefüllt sein wird und dass das Paradies ausschließlich Muslime als Bewohner hat. Allāh belohnt mit Barmherzigkeit und er bestraft mit Gerechtigkeit.

Man bestätigt, dass Allāhs Bestimmung wahr ist und dass Allāh absolut alles vorherbestimmt hat, sei es Gutes oder Schlechtes und dass Allāh der Schöpfer von Gutem und Schlechtem ist. Wer eine gute Sache beabsichtigt, dem lässt Allāh diese Sache erwerben. Wer eine schlechte Sache beabsichtigt, dem lässt Allāh diese Sache erwerben. Und Allāh wird die Menschen für das, was sie erworben haben, zur Rechenschaft ziehen und ihnen wird kein Unrecht zuteilwerden.

Man bestätigt, dass der Islām auf fünf Säulen ist: Das Glaubensbekenntnis, mit seinen Bedingungen, um in den Islām zu kommen. Das Gebet (Ṣalāh). Das Fasten (Ṣaum) im Monat Ramaḍān. Die Pflichtabgabe vom Vermögen (Zakāt). Die Pilgerfahrt nach Mekka (Ḥajj).

Wer das akzeptiert und bezeugt und das Wissen über den Tauhīd erworben hat, so muss man zuerst das Glaubensbekenntnis aussprechen, um Muslim zu werden:

أشهد أن لا إله إلا الله وأشهد أن محمدا رسول الله

Asch-hadu an la ilaha illa-Allah wa asch-hadu anna Muhammadan rasul-Allah

Ich bezeuge, dass es keinen Gott, außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.

Es genügt nicht, dass man das Glaubensbekenntnis nur sich denkt, sondern man muss es explizit auf der Zunge aussprechen.

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